Taxonomische Mirabilien – Zum Zeichenvokabular von Volker Saul | Harald Uhr
Auch jedem noch so abstrakten Bildgefüge kann, ja muss der arglose Betrachter ein „Das erinnert mich an…“ sich selbst, dem Bild oder seiner jeweiligen Begleitung zuraunen. Dies kann ihm niemand verwehren. Erst recht wird man ihm die Legitimation zu solchen Äußerungen nicht absprechen können. Denn in der Tat, nur schwerlich wird sich auf diesem Erdenrund etwas finden lassen, was nicht in einen wie auch immer gearteten Bezug zu irgendetwas anderem zu bringen wäre. Für die Erzeugnisse der Kunst gilt dies sogar noch in gesteigertem Maße, ... [ weiterlesen ]
Störfaktor Megalographie
oder die Übertragung des Nicht-Eindeutigen | Ulrike Jagla-Blankenburg
im Gespräch mit Volker Saul
zum Thema Wandmalerei und Zeichnung
UJB: Volker, in den letzten Jahren hast Du ausschließlich an drei Werkkomplexen gearbeitet: Wandobjekte, Zeichnungen und Wandmalerei. Wie kam es zu dem Entschluss, im Raum für Kunst in Aachen ausschließlich Wandmalerei zu präsentieren?
VS: Die Wandmalerei habe ich erst seit zwei Jahren wieder aufgegriffen. In Aachen zeige ich sie unter anderem deshalb, weil es sich innerhalb meiner Ausstellungen der letzten Monate zu einer aktuellen Reihe verdichtet hat. Dies gilt sowohl für Nijmegen („Paraplufabriek Nijmegen“) ... [ weiterlesen ]
Psychoaktive Zeichen – Volker Sauls Körperwechsler | Melanie Weidemüller
„…zwischen Seelenheil und Apokalypse“ vermutet der Untertitel der Ausstellung PSYCHO im Mönchengladbacher Kunstverein die vorgestellten Positionen. Die beiden Begriffe markieren entgegengesetzte Pole, ein Heilsversprechen einerseits und ein Untergangsszenario andererseits. Zwei Pole, zwischen denen sich eine Welt aufspannt, in der sich existenzielle (Psycho-)Dramen abzuspielen scheinen und letztlich jede „Position“ auf Sand gebaut ist. Volker Saul ist ein Künstler, dessen gewundene Linien die bipolare Logik durchkreuzen, wenn sie das Unentschiedene ... [ weiterlesen ]
Volker Saul | Dr. Michael Krajewski
Graphisch und signalhaft treten Volker Sauls Wandkompositionen und Papierarbeiten auf, formal reduziert und dennoch gesteigert assoziativ: Linien gleicher Stärke umkreisen Terrains, schließen Flächen ein, fügen sich zu heterogenen Gebilden, die sich nicht einfach narrativ entschlüsseln lassen und gerade daher die Phantasie des Betrachters in Gang setzen. Unsere Sehgewohnheiten, geschult an der modernen Alltagsästhetik von Werbung bis zum Comic-Strip, sind unmittelbar bestrebt, Sauls graphische Elemente in Bedeutung aufzulösen: die Konglomerate von ... [ weiterlesen ]